Das Thema Siedlungen und „Okkupation“

Man kann nur mutmassen, was die Motivation hinter der Sperre der Kommentarfunktion zu einem Korrespondenten-Bericht in der Neuen Zürcher Zeitung ist, noch bevor ein einziger Kommentar abgedruckt worden war. Klug ist es keinesfalls. Eine, ich behaupte dies mal, bewusst provokant formulierte Überschrift, zu einem bekanntermassen heiss diskutierten Thema, kurz vor dem Wochenende – und dann darf man sich nicht einmal dazu äussern? Ein entlarvenderes Click-Baiting gibt es wohl kaum. Es geht um diesen Beitrag von Ulrich Schmid: http://www.nzz.ch/…/umstrittene-siedlungspolitik-sterben-fu…

Auf der positiven Seite zu vermerken ist zunächst, dass sich Schmid nicht scheut, zum Thema eine lobenswert komplette Auslegeordnung zu präsentieren. Gerade durch den Verweis auf die gestrige Entscheidung in einem Komitee der UNESCO, eine von muslimischer Seite eingebrachte Entschliessung zu verabschieden, die textlich nur muslimische Ansprüche auf Jerusalem zulässt, unterstreicht der Autor die Wichtigkeit des Themas. Eine Diskussion darüber zu verhindern, ist meiner Meinung nach kontraproduktiv.

Als Aufhänger des Beitrags aber den „Lieblingsfeind“ der Linken zu Beginn des Beitrags zu stellen – den einzigen, rhetorisch versierten Gegenspieler des Regierungschefs im Kabinett Netanjahu, Naftali Bennett – um anschliessend nur die sattsam bekannten, und zumeist auch argumentativ deutlich relativierten, Positionen der Gegner aufzulisten, greift zu kurz: Legalität der Siedlungen, in Judäa und Samaria, nur am Vierten Zusatz zu den Genfer Konvention zu argumentieren, greift zu kurz.

Im kommenden Kalenderjahr wird es zu diesem Thema zwei runde Jubiläen zu begehen geben: 100 Jahre Balfour-Deklaration, und 50 Jahre der, von der Linken weltweit als „Okkupation“ benannten, jüdisch-israelischen Hoheit über die im Sechs-Tage-Krieg eroberten Gebiete. Der inhaltliche Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen, ist wohl unbestritten. Balfour, das Bekenntnis zum Anspruch der Juden auf eine Heimstätte, hat auch durch die späteren Relativierungen – San Remo, Lausanne und Völkerbunds-Mandat – zu keinem Zeitpunkt einen arabischen Staat postuliert, sondern einzig einen jüdischen. Und wenn es eine Konstante in der arabischen Reaktion gibt, ist es die Auslassung von Chancen, der Realität eines arabischen Staates näher zu kommen: Bericht der Peel-Kommission, Teilungsplan, aber auch die Kriege, die die Araber dem Judenstaat aufgezwungen haben, und auch die jüngsten Bemühungen, den Konflikt durch Internationalisierung statt durch direkte Verhandlungen zu lösen.

2 thoughts on “Das Thema Siedlungen und „Okkupation“

  1. Bevor ich in dieser Webseite kommentiere, bitte ich höflich um diesen Bescheid:

    Muss ich meine Kommentare jeweils mit „Links und para“ belegen, so wie dieser krankhaft Israel- und Judentum Besessene Kommentator aus der NZZ?

    Gibt es eine der jeweiligen Laune des Moderators angepasste Nettiquette?

    • Lieber Alex,
      Ich hoffe, ich kann Dich beruhigen: ich mag zwar gelegentlich nach Belegen fragen, aber niemals besessen oder krankhaft. Ich bin ja nicht die NZZ. Auch hoffe ich, dass ich nie gezwungen sein wird, eine Nettiquette schreiben zu müssen.

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